Ende Juni traf meine Mutter in Autralien ein, um waehrend der naechsten 2 Wochen wieder etwas Ordnung, gesundheitsbewusstes Essen und Kultur in mein Leben zu bringen. Brisbane hatte sich als ultimative Partystadt erwiesen, was durch den mangelnden Job und die ueberschuessige Zeit noch beguenstigt wurde. Seit Dominique eintraf entdeckte ich Museen, botanische Gaerten und zahlreiche Nationalparks. Eine Ausstellung in der Brisbane Towns Hall klaerte mich ueber Captain Cook und seine Kolonisation Australiens auf, der Besuch des Lone Pine Koala Sanctuary brachte Kaengurus und Koalas naeher und das gemeinsame Kochen in meiner WG zauberte nahezu kulinarische Delikatessen auf den Tisch. Anfang Juli ging es auf einer fast 2000km langen Strecke Richtung Cairns. Noosa war die erste Station, mit einer Ananasplantage nicht besonders Sehenswert, aber durch kleiner Stadtpromenande und guter Unterkunft sehr entspannend. Fraser Island, die groesste Sandinsel der Welt, ist mit ihren endlos weissen Straenden und blauen Seen ein Muss fuer jeden Backpacker geworden. Jeden Tag fahren Scharen von Rucksacktouristen mit einem 4x4 Jeep ausgestattet auf die Insel, verbringen dort 2 Naechte im Zelt und 3 Tage in wunderbaren Seen. Einzige Herausforderung ist das Ueberleben der Dingo-Angriffe und sehr starken Stroemungen im Meer.
Zur Erklaerung: Dingo nennt sich der australische Wildhund, vom Wolf abstammend und seit Jahrhunderten ueber Australien verteilt lebend. Aus Zeitgruenden waehlten wir die Soft-Touristen-Version des Fraser Island Trips, daher ein 4x4 Gelaendebus, der im Eiltempo innerhalb eines Tages die halbe Insel abfuhr. Die Insel steht unter Naturschutz und hat keine asphaltierten Strassen, die Busse rasen mit 80-100km/h ueber den Strand! (Siehe Bilder des Strandhighways)
Bundaberg war uns den naechsten Aufenthalt wert. Wir besuchten Australiens einzige Rumbrennerei die aus den benachbarten Zuckerrohrplantagen den Bundaberg Rum destillierte. Wer die etwas unspektakulaere Fuehrung ueberstanden hatte wurde mit der Degustation des Endprodukts belohnt. Mein Urteil: Kein Wunder das Bundaberg nur 2% der gesamten Produktion nach Europa exportiert ;)
Dominique nahm ihren Rum, mit einer Wasserflasche getarnt ins Auto, da uns noch einige Kilometer bevorstanden. Als ob sie es geahnt haette wurden wir prompt von der Polizei angehalten. Ein Geschwindigkeitsexzess von sagenhaften 16 km/h kostete 150 AUD (ca. 100 EUR)... na, kommt euch etwas bekannt vor? Der Apfel faellt nicht weit vom Stamm... ;)
Ihren Vorbildcharakter hatte meine Mutter eine Stunde spaeter endgueltig verspielt. Die Gesetzeshueter erwischten uns mit 30 km/h ueber dem Limit und reagierten mit einer 350 AUD Strafe. Am nachsten Morgen folgte dann noch ein weiteres Herauswinken... zum verspaeteten Alkohltest. Was die 500 AUD Geldstrafe betrifft, nahm sich Dominique an mir ein Beispiel und ignorierte das gelbe Knoellchen.
Im Vergleich zu unseren vorherigen Unterkuenften lebten Xavier und ich waehrend der Anwesenheit meiner Mutter sehr luxurioes in Motels, Appartments und gehobenen Hostels. Nach ein paar Entspannungstagen am Strand erreichten wir schliesslich ein weiteres Highlight:
Johnstone River Crocodile Farm. Der freundlich ausgeflippte Besitzer Mike hatte uns aus ungeklaerten Gruenden fuer den heutigen Tag auf seiner Abschussliste. Nachdem er unter anderem erklaerte warum er nur Deutsche an sein 6 Meter Krokodil verfuettert (Italiener und Franzosen haben unter 60 mio Einwohner, nachdem er einen Deutschen Touristen opfert hat er kostenlose Werbung fuer seine Farm vor 80 mio Deutschen ;) ... dann ueberwand Xavier schliesslich seine Schlangenphobie und lies sich von Mike eine Schlange um den Hals legen. Diese fand seine Ohren aber interessanter und so bat Xavier um die Entfernung des Kriechtiers, worauf hin Mike prompt reagierte und die Schlange in Xaviers T-Shirt fallen lies. Erstaunlicher Weise war es Dominique die am lautesten schrie, die Schlange kroch aus dem Aermel heraus und Xaviers Schlangenphobie war gebrochen ... dank Mike dem Wunderheiler;)
Schliesslich erreichten wir Cairns, machten einen 'Must' Taucherausflug ans Great Barrier Reef und verabschiedeten schliesslich Dominique nach Sydney, wo sie noch 1 Woche die Stadt erkunden wollte. Die 2 Wochen waren wie immer in Australien wie im Flug vergangen.
Noch am selben Abend setzten wir unser Partyenthaltsamkeit ein Ende und widmeten uns waehrend der naechsten Tage der Hostel und Jobsuche. Wie auch in Brisbane verlief eher Ersteres erfolgreich, wir fanden ein Doppelzimmer mit Kuehlschrank und TV fuer sagenhafte 13 EUR die Nacht (nach Verhandlungen 4 EUR die Nacht runtergehandelt, ha) zum Vergleich kostete ein 4 Bett-Zimmer gewoehnlich 16 EUR, ohne Kuehlschrank und TV) der Jobentaeuschung steuerte mein Vater gluecklicherweise mit einem grosszuegugen Kredit entgegen. Die Zeit in Cairns verbringten wir mit Entspannung, Lernen, Feiern und zahlreichen Ausfluegen. Unter anderem in den Regenwald, an schoene Straende und wieder ans Great Barrier Reef. An alle Moechtegern-Cairns- und Reefbesucher der Ratschlag von Port Douglas aus einen Taucherausflug zu buchen, die 30 Dollar mehr sind eine lohnende Investition, denn sieht man dort nicht ein totes, sondern recht buntes Riff mit schoenen Fischen, was in Cairns von den Touristenscharen zerstoert wurde. Imsgesamt wird das Riff aber trotzdem seinem Ruf nicht gerecht, schoenere Riffe gibt es unter anderem in Indonesien.
Port Douglas ist fuer ein paar Tage lohnend, erinnert an das deutsche Sylt und ist estwas verschlafen. Auf unserem Taucherausflug begegneten wir ganzen Scharen von Aerzten, die vom internationalen Aidskongress in Sydney kamen und im Norden noch etwas Sonne tanken wollten. Die Gruppe war ueberwiegend franzoesischer Herkunft, freundlich und mit Taucherangst sehr unterhaltsam. Ein seit 20 Jahren in Frankreich lebender Deutscher war auch dabei.
Nach unserer letzten unvergesslichen Cairnsparty (Keine Nachtclubs, alles findet in Pubs und Bars statt mit grosser Tanzflaeche, meines Erachtens besser als Nightclubs!) flogen wir frueh morgens ins zivilisierte Sydney, von Palmen und Sonne zu Regen und Kaelte.
Ich wurde gerade darauf hingewiesen, dass meine Check-Out Zeit schon ueberschritten ist, muss in ein anderes luxurioeseres Hotel ziehen. Schreibe die Tage wieder und lade dann auch unzaehlige Photos hoch. Bin gerade in Thailand. Dann wieder mehr zu Sydney und meine Rueckkehr nach Thailand.
Danke an die Gruesse und den Kommentar von Malte, freue mich ueber jede Anregung;)
Bester Gruss
Alexandre